Das unternehmerische Konzept der GVA


Die Ausgangslage

Innerhalb des Verlagswesens und des Buchhandels in Deutschland (aber auch weltweit) findet ein zunehmender Konzentrationsprozess statt. Auch bei den Verlagsauslieferungen gibt es eine ähnliche Entwicklung.

Gleichzeitig wird der Buchmarkt internationaler. Ausländische Verlage wollen unter anderem ihre Marktpräsenz in Deutschland verbessern.

Die Situation kleinerer Unternehmen verschlechtert sich zunehmend aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Laut „Konjunkturumfragen“ des Börsenvereins für Deutschen Buchhandel wollen rund zwei Drittel der deutschen Buchhandlungen ihr Einkaufsvolumen einschränken, knapp ein Drittel mehr beim Barsortiment (dem Großhandel) bestellen, über 40 Prozent stärker auf Bestellbündelung achten, weit über die Hälfte die Anzahl der Lieferanten reduzieren und fast drei Viertel ihren Lagerbestand reduzieren.


Das Konzept der GVA

Die GVA vermarktet kleinere, unabhängige Verlage aus dem In- und Ausland mit einem bestimmten Profil, sprich: einem vergleichbaren Buchprogramm. Die GVA tritt nach außen hin wie eine Verlagsgruppe auf, denn sie fakturiert alle Verlage, die sie vertritt (alle exklusiv), gemeinsam. Das bedeutet: Alle GVA-Verlage behalten ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, sind jedoch im Bereich Vertrieb, Verkauf, Rechnungs- und Mahnwesen zu einer Einheit geworden und haben sich so in den letzten Jahren zu einer anerkannten „Einrichtung des buchhändlerischen Verkehrs“ (wie es im Branchen-Deutsch heißt) entwickelt, als GVA. Das heißt: Jeder neue Verlag, der zur GVA kommt, erweitert nur ihr Angebot, gestaltet es attraktiver. Der Buchhandel hat mit keinem neuen Lieferanten zu tun.

Die GVA ist zu einem Partner von weit über 100 Verlagen geworden, die ihre Programmschwerpunkte im Bereich Belletristik, Sachbuch, Fotografie, Architektur, Design, Kunst und Lifestyle haben. Die GVA hat sich einen so guten Ruf erworben, dass die Zahl der Verlagskunden ständig wächst.

Die GVA hat mit einigen selbständigen Buchhandelsvertretern neue Konzepte für das Marketing von Verlagen entworfen, die sich zunehmend bewähren. Die GVA-Verlage werden zu einem großen Teil nicht nur „aus einer Hand“ ausgeliefert, sondern auch dem Buchhandel geschlossen angeboten. Wir arbeiten ständig an einer Verbesserung des gemeinsamen Auftritts der GVA-Verlage.


Die GVA ist international ausgerichtet

Sie vertritt sehr viele Schweizer Verlage in Deutschland, aber auch in der gesamten EU. Aufgrund der wirtschaftlichen Sonderstellung der Schweiz in Europa fällt es Schweizer Verlagen schwer, sich europaweit zu präsentieren. Für sie übernimmt die GVA diese Aufgabe.

Viele deutsche Verlage haben in Österreich (aber auch in anderen deutschsprachigen Ländern/Regionen) keinen Vertrieb. Die GVA organisiert das, beliefert den gesamten deutschsprachigen Raum (nicht nur Österreich, sondern auch Südtirol, Luxemburg und – in Kooperation mit einem Schweizer Unternehmen – die Schweiz).

Die GVA ist zu einem Partner US-amerikanischer Fotobuchverlage geworden (die oft in Europa ihre Bücher herstellen lassen). Für sie haben wir den europaweiten Verkauf übernommen (von Island bis Griechenland).

Die GVA liefert also derzeit nicht nur Verlage aus dem deutschsprachigen Raum aus, sondern auch aus Italien, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und Nordamerika. Eine in jeder Beziehung international orientierte Auslieferung, was die Verlage angeht, aber auch den potenziellen Markt dieser Verlage.

Unser wichtigstes Absatzgebiet ist der deutsche Markt, gefolgt vom österreichischen. Danach folgen die EU-Länder Italien, Luxemburg, Spanien, Frankreich, Niederlande, Irland, Belgien, Portugal, Großbritannien, Schweden, Finnland, Griechenland ... und natürlich die Schweiz und Norwegen. Die Abwicklung des Warenverkehrs mit Nicht-EU-Mitgliedern gestaltet sich jedoch schwierig, während die Einführung des Euro manches in der neuen Währungsregion erleichtert hat.


Die Position der GVA

Im Buchhandel ist die GVA mittlerweile eine feste Größe und zählt zu den 35 wichtigsten Lieferanten in Deutschland (den Großhandel, die Barsortimente, eingeschlossen). Sie hat einen sehr guten Ruf, weil sie äußerst schnell und flexibel arbeitet, den Ansprüchen der Kunden gerecht wird. Wir haben zum Beispiel im Jahr 2002 den deutschen Jahresbestseller „Im Krebsgang“ von Günter Grass ausgeliefert. Solche Aufgaben können wir nicht das erste Mal bewältigt.

Die GVA ist andererseits die Nr. 1 im deutschen Auslieferungswesen für Verlagsneugründungen. Kleinere Buchverlage können nur mit der GVA auf die Beine kommen, denn keine andere vergleichbare Auslieferung (so viele gibt’s nicht mehr) will sich mit diesen „Kleinen“ abgeben. Diesen Existenzgründern bietet die GVA flexible Konditionen an. Können sie ihre Umsätze steigern, sinken sofort die Auslieferungskosten.

Die GVA berät ihre Verlagskunden, entwickelt mit ihnen Marketingstrategien, liefert Marktanalysen, tritt – wenn es sein muss – auch als Interessenvertretung dieser Verlage auf. Im Frühjahr 2003 wollte die Frankfurter Buchmesse die Standgebühren für kleinere Verlage um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Die GVA hat in diesem Fall 180 Verlage organisiert (also weit mehr, als sie Kunden hat), um deren Interessen gegenüber dem Börsenverein für den Deutschen Buchhandel und seiner Tochterfirma, der Ausstellungs- und Messe GmbH, durchzusetzen. Mit Erfolg. Die Preiserhöhungen wurden reduziert, auf knapp zehn Prozent. Immer noch happig in der augenblicklich angespannten wirtschaftlichen Situation für die Verlage, aber zumindest so erfolgreich, dass alle GVA-Verlage, die 2002 in Frankfurt ausgestellt hatten und 2003 wieder teilnehmen wollten, dies getan haben.

Diese GVA-Kampagne für die kleineren Verlage im deutschsprachigen Raum hat große Resonanz gehabt, nicht nur branchenintern. Die Presse hat ausführlich berichtet, auch in Österreich.


Die Perspektiven der GVA

In den Jahren 2002 und 2003 ist die Zahl der Verlage, die mit der GVA zusammenarbeiten, um 35 Prozent gestiegen. Ihre Umsätze sind seitdem um 54 Prozent gewachsen – auf den einzelnen Verlag umgerechnet im Mittel um mehr als 6,5 Prozent im Jahr. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Remissionsquote der GVA-Verlage gesunken.

Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können. Denn der deutsche Buchhandel hat in den Jahren 2002 und 2003 insgesamt nur Minus gemacht.

Die GVA hat auf diese Entwicklung reagiert: Wir haben 2003 unsere eigenen Lagerkapazitäten am Anna-Vandenhoeck-Ring in unmittelbarer Nähe der Autobahnausfahrt Göttingen an der A 7 verdoppelt.

Die GVA ist ständig bemüht, für ihre Verlage bessere Konditionen zu erreichen, im welchem Bereich auch immer. Sie wehrt sich andererseits gegen Bestrebungen von Großkunden, die augenblicklich geltenden Konditionen zu Lasten der Verlage zu verändern. Hier zeigt die GVA Flagge und sucht Bündnispartner, damit der gemeinsame Widerstand gegen unseriöse Praktiken in diesem Gewerbe Erfolg haben möge.

Die GVA will orientieren: Es gibt mittlerweile einen kostenlosen monatlichen GVA-E-Mail-Rundbrief, den auch Verlage kostenlos abonnieren können, die nicht GVA-Kunden sind. Er berichtet aktuell über die Entwicklung der Buchhandels- und Verlagsbranche, liefert aber auch wichtige Informationen über das A und O dieses Gewerbes. Dieser Rundbrief wird, obwohl es ihn erst seit dem Frühjahr 2003 gibt, so geschätzt, dass ihn immer mehr beziehen. Wenn auch Sie ihn regelmäßig erhalten wollen, schicken Sie eine E-Mail an: rabe@gva-verlage.de.

Falls Sie Interesse an unserem Angebot haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Wir informieren Sie gerne

Mit besten Grüßen
Karl-Klaus Rabe
Geschäftsführer
GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung Göttingen GmbH & Co. KG